Dr. Armin Bader

Dr. Armin Bader

 

Zur Person:

Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut an der Klinik für Dermatologie und Allergologie des St. Josef Hospitals in Bochum.
Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Diagnostik und Therapie von Patienten mit multiplen Erkrankungen der Haut mit vermutlich psychosomatischer Ursache. Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld umfasst die psychologische Begleitung von Patienten mit schweren chronischen Erkrankungen, z.B. mit Malignen Melanom oder HIV-Infektion.

Armin Bader ist als Referent und fachlicher Ratgeber beständiger Unterstützer unserer Arbeit.

 

Welche Person bringst Du als erstes mit der AIDS-Hilfe Bochum in Verbindung?
Anja Wolf und Arne Kayser

 

Dein erster Kontakt mit der AIDS-Hilfe Bochum?
Ein Klient

 

Deine schönste Erinnerung im Kontext von Aidshilfe?
In Bochum: Die ersten Frühstückstreffen, die ich im St. Josef Hospital nach meiner Arbeitsaufnahme im Jahr 2000 miterleben durfte, mein Samstag-Workshop in der AHB im Jahre 2010. In Stuttgart: der Zauber der Gründerjahre der AIDS Hilfe Stuttgart im Jahr 1987, manche ´Hocketse`.

 

Dein bewegendstes Erlebnis im Kontext von Aidshilfe?
Zu viele, um hier genannt zu werden. Aber alle im Kontext mit Menschen mit HIV und AIDS, früher : gelungenes Loslassen im Prozeß des Sterbens, heute: intensive Begegnungen mit Betroffenen.

 

Was ist für Dich das größte Glück?
Das klingt und ist wohl sehr konservativ: eine gelungene Partnerschaft

 

Was ist für Dich das größte Unglück?
Der Tod des Partners. Eine Erfahrung, die ich leider schon machen mußte.

 

Wo möchtest Du leben?
Ich fühle mich in Bochum wohl: Ansonsten: in meiner Ursprungsheimat Baden-Württemberg, im Süden von Frankreich oder in Italien (am Comer See).

 

Welche Fehler entschuldigst Du am ehesten?
Alle Fehler, die im Anschluß als solche erkannt werden, und ernsthaft versucht wird, diese für die Zukunft zu vermeiden.

 

Deine Lieblingsgestalt in der Literatur?
´Der Idiot` im gleichnamigen Roman von Fjodor Dostojewski

 

Deine Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Nelson Mandela.

 

Deine Lieblingsmalerin / dein Lieblingsmaler?
Claude Monet, Vincent van Gogh.

 

Deine Lieblingsmusik?
Janis Joplin, Led Zeppelin und Jimi Hendrix, aber auch Händel, Mozart, Rossini und Verdi ... Die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli. Ihre Konzerte versuche ich - so oft wie möglich - zu besuchen.

 

Welche Eigenschaften schätzt Du bei anderen Menschen am meisten?
Authentizität, Zivilcourage

 

Deine Lieblingsbeschäftigung?
Literatur, Musik und alle Arten von Reisen (so weit mir dies meine ohnehin gering bemessene Freizeit und mein Geldbeutel erlauben).

 

Dein Hauptcharakterzug?
Diese Frage ist für einen selbst nur schwer zu beantworten. Ich glaube einerseits, daß ich gut zuhören kann, andererseits jedoch verfüge ich über ein starkes Gerechtigkeitsempfinden, hier bin ich dann oft ungeduldig.

 

Was schätzt Du bei Deinen Freundinnen und Freunden am meisten?
Die Toleranz, mich zu ertragen (das ist nicht immer einfach) ...und natürlich ebenfalls Ehrlichkeit und Authentizität, die Kritik an meiner Person einschließt.

 

Dein größter Fehler?
Manchmal bin ich zu emphatisch und dann handle ich verzögert, an anderer Stelle aber zu ungeduldig (s.o) , dann handle ich zu schnell und bin möglicherweise ungerecht.

 

Dein Traum vom Glück?
Es sind Glücksmomente im Alltag und im Leben, die mich tragen, einen großen Traum vom Glück gibt es für mich so aber nicht (außer dem berühmten großen Lottogewinn, mit dem ich eine alte große Villa aufkaufen würde, um eine Klinik nach meinen Vorstellungen zu errichten)

 

Deine Lieblingsblume?
Die natürlich belassene Wiese und ihre bunte Flora.

 

Dein Lieblingsbuch?
Es gibt zu viele und zu unterschiedliche Werke, als daß ich diese hier benennen könnte.

 

Was macht die AIDS-Hilfe Bochum für Dich aus?
Sie ist nicht nur das niedrigschwellige Angebot für Menschen mit HIV und AIDS im Großraum Bochum. Vielmehr gäbe es für uns ohne sie keinen Ansprechpartner für Betroffene, die psychosoziale Hilfen benötigen, aber auch erste medizinische Fragen beantwortet haben wollen. Nicht alle Betroffenen benötigen einen Psychotherapeuten, aber viele Menschen mit HIV und AIDS brauchen geschützte Räume mit Gleichgesinnten und Betroffenen, in denen sie sich austauschen können und belastende Erfahrungen - gesellschaftliche Diskriminierung oder Medikation und HIV-Verlauf - besprechen können...und dann auch kompetente psychosoziale Hilfestellung und Beratung bekommen.

 

Dein Motto?
Ganz gleich, was Du erlebst: Verliere nicht das Vertrauen und die Liebe in den Menschen.

 

Wie entwickelt sich die AIDS-Hilfe Bochum in den nächsten 25 Jahren?
Ich wünsche mir eine noch bessere personelle Ausstattung für die AHB, damit diese ihren vielfältigen Aufgaben mit weniger Streß gerecht werden kann und notwendige Angebote ausbauen kann. Sehr viele engagierte Betroffene, die ein lebendiges `Vereinsleben` ermöglichen. Der Wunsch, daß´es in 25 Jahren keiner AIDS-Hilfe mehr bedarf, weil die HIV-Infektion alle Schrecken verloren hat und gesellschaftliche Diskriminierung nicht mehr stattfindet, bleibt wohl ein schöner, aber wohl nicht realisierbarer Traum.

 

Was forderst Du von Politik und Gesellschaft?
Das ist - aktuell mehr den je - ein weites Feld. Ich bin ein Bürger, der sich engagiert gegen Intoleranz und Diskriminierung von gesellschaftlich benachteiligten Gruppen auf der Grundlage eines aufgeklärten humanistischen Menschenbildes und der für die politische Umsetzung unveräußerlicher Menschenrechte streitet.

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