Benjamin Berndt

Benjamin BerndtJahrgang: 1985

 

Zur Person:

Beruflicher Hintergrund: Abgeschlossenes Biochemie Studium (Master of Science) an der Ruhr-Universität Bochum. Derzeit Promotion an der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit der Universität Witten-Herdecke im Bereich der Immunologie. Persönlicher Hintergrund: Seit 5 Jahren in einer festen Beziehung. Ich habe schon früh mit ehrenamtlichen Tätigkeiten begonnen. Derzeit engagiere ich mich, neben der Aids-Hilfe (AH), in der evangelischen Kirchengemeinde Bochum Querenburg.

 

Welche Person bringst Du als erstes mit der AIDS-Hilfe Bochum in Verbindung?
Arne Kayser.

 

Dein erster Kontakt mit der AIDS-Hilfe Bochum?
Über den ehemaligen "Wilde-Triebe"-Koordinator Michael Brandt. Dieser betreute als Koordinator auch die Schwul-Lesbische Jugend Gelsenkirchen e.V. (SLJG e.V.) und berichtete von der AH. Als die SLJG e.V. langsam unterging, begann ich damit, die Gruppentreffen von "Wilde Triebe" in der AH zu besuchen.

 

Deine schönste Erinnerung im Kontext von Aidshilfe?
Das Kennenlernen von meinem Freund und unserer Bürokauffrau Gabi auf "Bochum Total". Gabi trug ein Namensschild, gab meinem Freund die Hand und meinte: "Hi, ich bin Gabi!" Worauf hin mein Freund meinte: "Ja, ich weiß!" Gabi war daraufhin sehr verwirrt und fragte, woher er das wüsste. Woraufhin mein Freund auf ihr Namensschild zeigte. Wir haben dann alle sehr herzlich über diese Situation gelacht.

 

Dein bewegendstes Erlebnis im Kontext von Aidshilfe?
Hab keins.

 

Was ist für Dich das größte Glück?
Keine Angabe.

 

Was ist für Dich das größte Unglück?
Allein zu sein.

 

Wo möchtest Du leben?
Da, wo ich mich wohl fühle. Das bedeutet in erster Linie bei meinem Freund, der mir sehr viel Sicherheit und Zuneigung gibt. Was die Lokalität betrifft, so bin ich mit Bochum schon recht zufrieden. Entgegen des schlechten Rufs sogar mit Querenburg.

 

Welche Fehler entschuldigst Du am ehesten?
Mangelnde Auffassungsgabe. Es gibt nun mal einige, die schneller begreifen, und andere, denen man alles ein zweites oder drittes Mal erklären muss.

 

Deine Lieblingsgestalt in der Literatur?
Hab keine.

 

Deine Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Schwierig zu benennen. Ich verehre viele Große Persönlichkeiten im Bereich der Naturwissenschaften. Dabei gehen die drei folgenden allen anderen voran: 1. Charles Darwin: Ein revolutionärer Naturforscher, der durch Empirie und eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe erkannte, dass die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten durch Anpassung an ihre jeweilige ökologische Nische entstanden sind. Diese Ansicht stand im krassen Gegensatz zur damaligen Lehrmeinung, dem Kreationismus. Er wurde von vielen Seiten deswegen stark angegriffen. Dennoch setzte sich seine These durch und führte zur Mitbegründung der modernen Biologie. 2. Gregor Mendel: Der Mönch, der durch zahlreiche Kreuzungsversuche und der genauen Dokumentation die Vererbungslehre und damit schlußendlich die Genetik begründete. 3. Louis Pasteur: Der französische Naturforscher, der erkannte, dass ansteckende Krankheiten durch Mikroorganismen übertragen werden. Desweiteren entdeckte er die Prinzipien des Impfens. Dadurch wurde er der Stammvater der Mikrobiologie und der Immunologie und Mitbegründer der heute gültigen Hygienelehre.

 

Deine Lieblingsmalerin / dein Lieblingsmaler?
Salvador Dali: seine teils alptraumhaften, wahnhaft wirkenden Bilder und Skulpturen beflügeln meine Phantasie und sind von phantastischer Farbenpracht.

 

Deine Lieblingsmusik?
Lieblingsinterpreten: Wir sind Helden, Mia, Dido, Lighthouse Family, Die Ärzte, Subway to Sally, Schandmaul, Roger Cicero.

 

Welche Eigenschaften schätzt Du bei anderen Menschen am meisten?
Teamfähigkeit, Einsicht, Bereitschaft zu Kompromissen, Tüchtigkeit.

 

Deine Lieblingsbeschäftigung?
Essen!

 

Dein Hauptcharakterzug?
Extrem selbstkritisch.

 

Was schätzt Du bei Deinen Freundinnen und Freunden am meisten?
Freundlichkeit und ein offenes Ohr zu haben.

 

Dein größter Fehler?
Da ich extrem hohe Erwartungen an mich stelle und sehr hart an mir arbeite, bin ich häufig ziemlich gnadenlos, was die Fehler anderer angeht.

 

Dein Traum vom Glück?
Emotional und sorgenfrei leben zu können. Eine Familie zu haben und auch Zeit für diese zu haben.

 

Deine Lieblingsblume?
Dahlien.

 

Dein Lieblingsbuch?
"Die Da-Vinci-Verschwörung" - Ein Krimi, in dem ein Fälscher beauftragt wird, ein Manuskript zu erstellen, das so aussehen soll, als wenn es aus der Hand Leonardos stammen würde. "Die Mitte der Welt" - Ein (mittlerweile) Schulroman, in dem ein schwuler Jugendlicher seine Geschichte im Kontext seiner aktuellen Lebensbegebenheiten erzählt.

 

Was macht die AIDS-Hilfe Bochum für Dich aus?
Freundliche Menschen, spaßige Aktionen. Ein Ort, um Freunde zu Treffen und solche zu finden. Eine gesellschaftsfördernde, nützliche Tätigkeit (vermitteln von Wissen) ausführen.

 

Dein Motto?
"Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem Anderen zu!" "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!".

 

Wie entwickelt sich die AIDS-Hilfe Bochum in den nächsten 25 Jahren?
Das Problem um HIV und Aids wird in den kommenden Jahren mehr und mehr in den gesellschaftlichen Hintergrund treten. Den Menschen wird die Gefahr bewusst sein, aber sie werden sie als alltäglich auffassen. Daher wird es Aufgabe von Aids-Hilfen sein, das Bewusstsein um die Gefahr aufrecht zu erhalten. Diese Aufgabe wird immer stärker in den Vordergrund treten, während die Betreuung Betroffener und deren Angehöriger ein zentraler Punkt bleibt, aber schrittweise zur Nebentätigkeit wird. Aids-Hilfe wird künftig auch die Aufgabe übernehmen, vor den Gefahren anderer STIs zu warnen und den Menschen zu erklären, wie man sich schützen kann. Dadurch wird aus Aids-Hilfe mehr und mehr eine "STI-Hilfe", in der sich dann auch Selbsthilfe-Gruppen und Beratungsstellen für z.B. Hepatitis C-Patienten, Syphillispatienten etc. ansiedeln könnten.

 

Was forderst Du von Politik und Gesellschaft?
In Bezug auf die HIV/Aida-Problematik wäre eine umfangreiche, verpflichtende, am besten schulisch organisierte Aufklärung von großer Wichtigkeit.

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