Andreas Rau

Andreas RauJahrgang: 1967

 

Zur Person:
Adreas Rau ist Leiter der AIDS-Hilfe Hagen und bezeichnet sich als Aktivist der ersten Stunde mit Leib und Seele. Er ist Jugendaufklärer und Trainer für Erwachsenenbildung (NLP/Suggestopädie) und lebt mit seinem Mann, Hund und den Schwiegereltern seit knapp 10 Jahren in Kamen-Methler. Andreas Rau war in der "jungen" AIDS-Hilfe Bochum ehrenamtlich aktiv und erlebte viele "schwulenbewegte" Jahre in Bochum. Überdies gestaltete er als Mitglied des Vorstandes der AIDS-Hilfe NRW einige Jahre landesverbandliche Arbeit.

 

Welche Person bringst Du als erstes mit der AIDS-Hilfe Bochum in Verbindung?
Andreas Pockrand-Fox, Barbara Rösen und vor allem Klaus Hauck, von dem ich vieles gelernt habe, was eben nicht in Fachbüchern steht.

 

Dein erster Kontakt mit der AIDS-Hilfe Bochum?
Ich war in der schwulen Gruppe Bochum aktiv und wir gestalteteten gemeinsam im "Konvent" mit Schwusos und Rosa Strippe die ersten BO-YS-Partys. Nach Austritt aus der Schwulengruppe suchte ich Betätigung und neue Herausforderungen in der "Neuenschulung" der AH-BO.

 

Deine schönste Erinnerung im Kontext von Aidshilfe?
Das Theaterstück "Machs gut, Machs besser" im Hagener "Hasper Hammer", mit dem wir sogar im ZDF-Theaterkanal für Furore sorgten. In einem Artikel in der BILD-Zeitung wurden die Darsteller und auch ich als "AIDS-Stigmatisierte" betitelt. Der Applaus auf der Bühne und die darauf folgende Ländertournee waren einzigartig. Ebenso der Zusammenhalt in der Schauspielergruppe.

 

Dein bewegendstes Erlebnis im Kontext von Aidshilfe?
Das sind viele. Das Thema, die Menschen und Freundschaften und überhaupt AIDS-HILFE. Wir bewegen uns gegenseitig.

 

Was ist für Dich das größte Glück?
Mein Schatz, mein Hund und mein Zuhause. Wenn man sich lange entwurzelt gefühlt hat, wird das "ZUHAUSE" das größte Glück. Und jetzt kommen mir gerade die Tränen...

 

Was ist für Dich das größte Unglück?
Entwurzelt zu sein, einsam sein. Ohne Schatz und Hund und die Menschen, die ich liebe. Vor allem aber, Bewegungslosigkeit. Ganz real- mich nicht bewegen zu können, aber auch nicht mehr in Bewegung (emotional) zu sein.

 

Wo möchtest Du leben?
Da, wo meine Lieben sind. Auf jeden Fall immer wieder auf dem Land. Gerne noch ländlicher, als jetzt.

 

Welche Fehler entschuldigst Du am ehesten?
Jeden, aus dem man lernt - bei den anderen. Kaum einen bei mir selbst.

 

Deine Lieblingsgestalt in der Literatur?
"Die alte Dame" aus dem Roman von Dürrematt "Besuch der alten Dame", Michel aus Lönneberga

 

Deine Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Rosa Luxemburg.

 

Deine Lieblingsmalerin / dein Lieblingsmaler?
N.N.

Deine Lieblingsmusik?
Alles, was mich "bewegt" und zu dem ich mich bewegen kann. Rhytmus, Percussion und klassische Klaviermusik.

 

Welche Eigenschaften schätzt Du bei anderen Menschen am meisten?
Treue. Ehrlichkeit - nicht nur, wenn ich frage. Gönnen können!

 

Deine Lieblingsbeschäftigung?
Vieles. Ich nähe gerne, spiele Gitarre, singe gerne und ich lese unglaublich viel. Schade, dass am Ende des Buches immer soviel Monat übrig ist.

 

Dein Hauptcharakterzug?
Neugier? Ansonsten sollen andere das beurteilen - das macht mich gerade verlegen.

 

Was schätzt Du bei Deinen Freundinnen und Freunden am meisten?
Wahre Freunde erkenne ich daran, dass sie mich lieb haben und zu mir halten, auch wenn sie Grund hätten, mich eigentlich zu hassen.

 

Dein größter Fehler?
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung und ich bin schrecklich schlampig in Papierkram. Den Hang zur Rechthaberei - aber ich muss zugeben, ich habe oft Recht.

 

Dein Traum vom Glück?
Mein Bauernhöfchen, wo ich mit "Schatz" später auf der Bank vor dem Haus sitze und wir uns anschweigen und uns am Leben erfreuen. Ich befürchte aber, ich schaffe das nie. Weder das Schweigen noch das Herumsitzen.

 

Deine Lieblingsblume?
Amarillys, weil sie im Winter Farbe in mein Leben bringt. Tulpen in orange!

 

Dein Lieblingsbuch?
Harry Potter, Der Arzt von Stalingrad, Märchen und Phantasy aller Art. Und super gerne Kochbücher!

 

Was macht die AIDS-Hilfe Bochum für Dich aus?
Mein erstes professionelles Lernfeld und meine ersten Erfahrungen mit Beratung.

 

Dein Motto?
Was man nicht selber weiß, das muss man leider anderen glauben. Deswegen weiß ich lieber.

 

Wie entwickelt sich die AIDS-Hilfe Bochum in den nächsten 25 Jahren?
Zu einem Ort, an dem man in der Bewegung nicht alleine ist und innovative Ideen strickt und umsetzt, und an dem man sich trotz aller Professionalität geborgen fühlen kann.

 

Was forderst Du von Politik und Gesellschaft?
Helft mir es selbst zu tun! Wenn ich mich auf andere alleine verlasse, dann bin ich verlassen. Aber Polititk und Gesellschaft sollen mich auch machen lassen!!!

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