25 Jahre Aidshilfearbeit

25 Jahre AIDS-Hilfe Bochum ist auch ein Anlass zurückzuschauen. Aus der Vergangenheit heraus können wir uns unserer Identität vergewissern und unsere Veranwortlichkeit zur Bewältigung der gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen ableiten. Wir wollen an dieser Stelle einige Ereignisse aus unserer Historie exemplarisch herausgreifen, Diese Darstellungen sind bewusst stark subjektive Rückschauen, die zur Diskussion und zum Nachdenken anregen sollen.

Selbsthilfe macht sich politisch stark!

Im St. Josef-Hospital werden Menschen mit HIV schwerpunktmäßig auf der IM-4 behandelt. Wir haben es hier mit einer räumlich auf einem hohen Stand befindlichen Station zu tun. Diese wurde vor drei Jahren feierlich eingeweiht. Vor zehn Jahren sah das aber noch ganz anders aus: Die damalige IM-4 hatte eher den Charakter einer Verwahrungsstation. Sie konnte kaum modernen Standards genügen. Patienten fühlten sich nicht wohl. Es gab beispielsweise keinen Patientenverfügungsraum mit Kaffeeküche. Dies war ein Umstand, den Menschen mit HIV nicht länger erdulden wollten. Federführend Thomas Fieber und anderen Menschen aus der positiven Selbsthilfe wollten nur eine menschenwürdigere IM-4 für die PatientInnen akzeptieren. Es wurden Briefe an die relevanten politischen Akteure bis hin zur damaligen Gesundheitsministerin Fischer geschrieben. Genaue konzeptionelle Vorschläge wurden unterbreitet. Es war ein mühsamer Weg. Die Mühen trugen aber letztlich Früchte: Es konnte dann im Herbst 2003 eine neue IM-4 ihren Betrieb aufnehmen. Viele der eingebrachten Vorschläge wurden umgesetzt. Wir können also wahrlich stolz sein auf unsere Selbsthilfehistorie! Selbsthilfe kann viel bewegen!

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